Unternehmen auf Wachstumskurs

Vor 40 Jahren: Gira zieht in die Dahlienstraße

Radevormwald, 9. Februar 2021. Fragt man in Radevormwald Einheimische nach der Adresse des Gebäudetechnikspezialisten Gira (www.gira.de), wird man von den allermeisten in die Dahlienstraße geschickt – ganz zu recht. Dass aber von den knapp 111 Jahren, die das Technologieunternehmen inzwischen in „Stadt auf der Höhe“ zu Hause ist, dessen Unternehmenszentrale erst seit 40 Jahren dort ihre Heimat hat, wissen heute nur noch wenige Alteingesessene.

Eigene Kunststofffertigung entsteht
Tatsächlich hatte das 1905 in Wuppertal-Wichlinghausen von Gustav und Richard Giersiepen gegründete „Start-up“ seinen Stammsitz über 70 Jahre in der Weststraße in Radevormwald, wohin es 1910 umgesiedelt war, weil die Räumlichkeiten am angemieteten Gründungssitz zu eng geworden waren. Bis in die 1950er Jahre baute Gira – damals noch unter dem Namen Elektrotechnische Industrie Gustav Giersiepen – seinen Standort im Westen der Stadt kontinuierlich aus. Doch nachdem das Unternehmen auf dem Gelände 1957 neben Büros ein neues Fertiglager und eine weitere Montagehalle errichtet hatte, fehlte dort der Platz für einen weiteren Ausbau.

Nur: Gira wuchs weiter. Auch weil der Mittelständler in den Aufbau einer eigenen Kunststofffertigung investierte. Dessen erster Baustein, eine Kunststoffpresserei, musste 1960 bereits an anderer Stelle in knapp zwei Kilometer Entfernung entstehen: Im Osten Radevormwalds, im damals noch jungen Gewerbegebiet Mermbach, fand der Mittelständler ausreichend Platz – nicht nur für die neue Kunststoffproduktion, sondern für die gesamte, weiter expandierende Firma. In vier Etappen zwischen 1960 und Ende 1980 erweiterte Gira den Standort in der Dahlienstraße. Schließlich wollte das Unternehmen seine Wertschöpfungskette vom Wareneingang über alle Fertigungsstufen bis zum Versand aus Wirtschaftlichkeits- und Effizienzgründen wieder an einem Standort konzentrieren. Im Januar 1981 ist dieses Ziel mit dem Umzug von Verwaltung und Montage von der West- in die Dahlienstraße erreicht. Schon wenig später, am 10. Februar 1981, rücken die Abrissbagger in der Weststraße an und beginnen mit den Abbrucharbeiten. „Wenn sich keine technischen oder witterungsbedingten Schwierigkeiten ergeben, dürften die Arbeiten innerhalb von 14 Tagen bewältigt sein“, schrieb zwei Tage später der lokale „Heimatanzeiger“.

Bekenntnis zu Radevormwald
Am Standort in der Dahlienstraße setzte der Technologie-Mittelständler seinen Wachstumskurs fort. 1994 weihte er dort sein neues Vertriebszentrum ein, 2003 den gläsernen Doppelriegel der Kunststofffertigung und 2014 schließlich die „Gira Kita“. Seit 2018 produziert Gira an einem zweiten, neu erschlossenen Standort in Radevormwald. In der Röntgenstraße ist auf 30.000 Quadratmeter neben der Montage ebenso der Großteil der Logistikkapazitäten des Unternehmens angesiedelt, weil am Stammsitz die benötigte Expansionsfläche fehlte. Der Gira Neubau, verbunden mit der bislang größten Investition in der Unternehmensgeschichte, ist zugleich Ausdruck des Bekenntnisses zum Standort Radevormwald. Denn bei allen Änderungen ist seit 1910 eines geblieben: die enge Verbundenheit des Unternehmens mit der „Stadt auf der Höhe“ und ihren Bewohnerinnen und Bewohnern.


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Über Gira
Die Gira Giersiepen GmbH & Co. KG (www.gira.de) mit Sitz in Radevormwald zählt zu den führenden Komplettanbietern intelligenter Systemlösungen für die elektrotechnische und vernetzte digitale Gebäudesteuerung. Mit seinen zahlreichen Entwicklungen prägt und beeinflusst das Familienunternehmen seit seiner Gründung im Sommer 1905 die Welt der Elektroinstallation und Gebäudesteuerung. Der zukunftsträchtigen Entwicklung zu intelligent vernetzten „Smart Building Systemen“ und zur Digitalisierung von Gebäuden hat Gira mit vielfältigen Innovationen wie etwa dem Gira HomeServer von Beginn an maßgebliche Impulse gegeben. Dabei stehen Gira Produkte und Lösungen für deutsche Ingenieurskunst, für Qualität „Made in Germany“, für nachhaltige Prozesse bei ihrer Herstellung und einen möglichst umwelt- und ressourcenschonenden Betrieb, für Perfektion in Form und Funktion – vor allem aber dafür, dass sie den Menschen das Leben ein Stück einfacher, komfortabler und sicherer machen. Nicht umsonst finden Schalter, Steuerungs-, Kommunikations- und Sicherheitssysteme von Gira heute in rund 40 Ländern Anwendung, etwa in der Hamburger Elbphilharmonie, im Olympia-Stadion in Kiew, im Stephansdom in Wien und im Banyan Tree Hotel in Schanghai. Dank des umfassenden Know-hows im Bereich Kunststofftechnik stellt Gira heute zudem komplexe Systemprodukte aus Kunststoff für die Medizintechnik her. Zur Gira Gruppe gehören darüber hinaus die Tochtergesellschaft Stettler Kunststofftechnik in Burgwindheim sowie die Beteiligungen Insta Elektro in Lüdenscheid, das Softwareunternehmen ISE in Oldenburg und das Start-up-Unternehmen Senic in Berlin. Zusammen erwirtschaften damit ca. 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Jahresumsatz von mehr als 350 Millionen Euro (2019).

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Über 70 Jahre Hauptsitz: Von 1910 bis Anfang 1981 war Gira in der Weststraße in Radevormwald zu Hause. (Foto: Gira)

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Nachdem Gira 1981 komplett ins Gewerbegebiet Mermbach umgezogen war, begannen die Abrissarbeiten in der Weststraße. (Foto: Gira)

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Seit Errichtung der Kunststoffpresserei 1960 hat Gira seinen Standort in der Dahlienstraße beständig erweitert. (Foto: Gira)

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