Wiederverwerten statt wegwerfen
Radevormwald, 16. Juni 2026. Ursprünglich ging es bei dem Projekt eigentlich um Verbesserungen von Abläufen und Ergonomie. Denn die Entsorgung defekter Euro- und Chemie-Paletten beim Gebäudetechnikspezialisten und Smart-Building-Pionier Gira (www.gira.de) in Radevormwald gestaltete sich aufgrund der örtlichen Gegebenheiten aufwändig und körperlich sehr anstrengend: Von der 1,40 Meter hohen Entsorgungsrampe mussten die über 20 Kilogramm schweren hölzernen Ladungsträger in einen drei Meter hohen Transportcontainer befördert werden, der im Freien stand. „In der Praxis bedeutete dies für unsere Kolleginnen und Kollegen, dass sie jede Palette über Brust- oder sogar zum Teil Kopfhöhe nach oben heben mussten“, berichtet Rajmund Ullenboom, Teamleiter Wareneingang und Intralogistik beim Bergischen Technologiemittelständler, der gemeinsam mit Helena Wannhoff aus dem Supply Chain Management das Projekt umgesetzt hat. „Bei dem Gewicht ist dies nicht nur zeitraubend, sondern belastet auf Dauer zudem Wirbelsäule und Rücken. Es gab also Handlungsbedarf, schließlich summiert sich die Zahl beschädigter Paletten auf rund 3.000 pro Jahr.“
Kreislaufwirtschaft – weniger Abfälle, weniger Kosten
Bei der Analyse des bisherigen Entsorgungsprozesses stellte sich schnell die Grundsatzfrage, ob es nicht eine Alternative zur bisherigen Vorgehensweise gibt. „Sie lautet: Wiederverwerten statt wegwerfen. Tatsächlich haben sich Unternehmen darauf spezialisiert und sich dafür durch EPAL zertifizieren lassen, kaputte Paletten instand zu setzen, um sie danach wiederzuverkaufen“, erklärt Rajmund Ullenboom. Um durchschnittlich sechs Jahre, sagen die Paletten-Recycler, verlängert sich dadurch die Produktlebensdauer eines solchen Ladungsträgers. Seit Ende 2025 kommt solch ein „Palettendoktor“ auch regelmäßig auf Visite zu Gira. Für das Radevormwalder Familienunternehmen zahlt sich der Einstieg in die Kreislaufwirtschaft in diesem Bereich gleich in mehrfacher Hinsicht aus. Finanziell, denn anstatt Entsorgungskosten zu zahlen, verkauft Gira die defekten Ladungsträger. Auf etwas mehr als 10.000 Euro belaufen sich die dadurch im Jahr generierten Einnahmen. Aber auch ökologisch, da sich das jährliche Abfallaufkommen des Herstellers von Designschaltern, Steckdosen und Smart-Home-Systemen um über 70 Tonnen oder gut zehn Prozent seiner gesamten Abfallmenge reduziert. „Wir haben etwa 90 Prozent weniger Holzabfälle, gehen sorgsamer mit Ressourcen um und verdienen dadurch sogar noch Geld“, bringt Rajmund Ullenboom die Mehrwerte auf den Punkt.
Veränderte Abläufe – mehr Ergonomie, mehr Effizienz
Doch auch die Abläufe der Holzentsorgung haben sich geändert. Was früher als Müll einfach in den Container geworfen wurde, wird dort nun ordentlich gestapelt. Dadurch verringert sich das Transportvolumen deutlich, sodass weniger Fahrten zum Abtransport als bisher nötig sind. Dies wiederum kommt, wenn auch nur in kleinem Umfang, der CO2-Bilanz zugute. Möglich wurde dies dadurch, dass der bisher offene Container inzwischen gegen ein geschlossenes Modell mit Seitentüren getauscht worden ist. „Dies hat gleich mehrere Vorteile. Einmal können die Kolleginnen und Kollegen die verbliebenen Holzabfälle in den Container hineinfahren. Die körperlichen Belastungen sind dadurch deutlich geringer, zumal das Abfallaufkommen nur noch einen Bruchteil der früheren Menge ausmacht“, so Logistikfachmann Ullenboom. „Des Weiteren kann es in diesen Containertyp nicht mehr hineinregnen, sodass das Holz trocken bleibt und sich nicht mit Wasser vollsaugt, was bislang das Gewicht der Ladung und damit die Transportkosten erhöht hat.“
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„Wir sind die mit den Schaltern …, aber auch noch so viel mehr“ – über Gira
Die Gira Giersiepen GmbH & Co. KG (www.gira.de) mit Sitz in Radevormwald zählt zu den führenden Komplettanbietern intelligenter Systemlösungen für die elektrotechnische und vernetzte digitale Gebäudesteuerung. Mit seinen zahlreichen Entwicklungen prägt und beeinflusst das Familienunternehmen seit seiner Gründung im Sommer 1905 die Welt der Elektroinstallation und Gebäudesteuerung. Der zukunftsträchtigen Entwicklung zu intelligent vernetzten Smartbuilding-Systemen und zur Digitalisierung von Gebäuden hat Gira als Smartbuilding-Pionier der ersten Stunde mit vielfältigen Innovationen wie etwa dem Gira HomeServer von Beginn an maßgebliche Impulse gegeben. Dabei stehen Gira Produkte und Lösungen für deutsche Ingenieurskunst, für Qualität „Made in Germany“, für nachhaltige Prozesse bei ihrer Herstellung und einen möglichst umwelt- und ressourcenschonenden Betrieb, für Perfektion in Form und Funktion – vor allem aber dafür, dass sie den Menschen das Leben ein Stück einfacher, komfortabler und sicherer machen. Nicht umsonst finden Schalter, Steuerungs-, Kommunikations- und Sicherheitssysteme von Gira heute in rund 40 Ländern Anwendung, etwa in der Hamburger Elbphilharmonie, im Olympia-Stadion in Kiew, im Stephansdom in Wien und im Banyan Tree Hotel in Shanghai. Zur Gira Gruppe gehören darüber hinaus die Tochtergesellschaft Stettler Kunststofftechnik in Burgwindheim und seit 2022 das britische Unternehmen Wandsworth in Woking sowie die Beteiligungen am Elektronikspezialisten Insta in Lüdenscheid und am Softwareunternehmen ISE in Oldenburg. Zusammen erwirtschaften damit ca. 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Jahresumsatz von 390 Millionen Euro (2025).
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